Autor: Ninni Holmqvist; Ersterscheinung: 2008; Verlag: Fischer
ISBN 978-3-596-18331-9
Die Quintessenz: Am Morgen ihres 50. Geburtstages wird Dorrit von einem Fahrer abgeholt und in eine Wohneinheit für die sogenannten “Entbehrlichen”, kinderlose Erwachsene jenseits der Fruchtbarkeit, gebracht. Dort wohnt sie mit anderen “Entbehrlichen” zusammen, die für Organentnahmen und medizinische Test zu Verfügung stehen müssen. Für die Bereitschaft ihr Leben im Dienste der Gesellschaft zu beenden, bietet der Staat den “Entbehrlichen” einiges an Luxus. Dorrit ist begeistert von all dem, was ihr in der Wohneinheit geboten wird, doch bald muss sie sich eingestehen, dass sie dafür einen hohen Preis zahlen wird.
Meine Rezension:
Als ich dieses Buch gelesen habe, war ich abwechselnd begeistert und erschüttert. Dass eine so düstere Auseinandersetzung mit der Überalterung unserer Gesellschaft, gleichzeitig so schön sein kann. Ich weiß, so ganz gehöre ich noch nicht zu der Demografie, auf die dieser Roman zugeschnitten ist, aber trotzdem hat er es geschafft mich zu berühren und zum nachdenken zu bringen, über Alter, biologische Bestimmung und den Wert eines Menschenlebens.
Es handelt sich bei “Die Entbehrlichen” um einen relativ kurzen Roman, den ich in ca. zwei Tagen durchgelesen hatte – wobei die Pause dazwischen für mich schier unerträglich war. Das ernste Thema schließt nämlich ein hohes Maß an Spannung, sowie eine damit verbundene Liebesgeschichte nicht aus. So bleiben nun wirklich keine Wünsche mehr offen
Was mich besonders gefreut hat, ist dass die Hauptfigur des Buchs eine Schriftstellerin ist, die auch in der “Einheit” weiter arbeitet. Ich hatte beim Lesen den Eindruck einen kleinen Einblick in den Arbeitsalltag von Nini Holqvist zu erhalten und habe so die Figur und die Autorin dahinter eng miteinander verknüpft. Trotzdem ist Dorrit nicht mein Lieblingscharakter im Buch, ihre verschlossene Art, machte es mir manchmal schwer mich in sie hineinzuversetzen. So diente sie allerdings auch als Eckpfeiler dieser Geschichte und verlieh ihr ein Rückgrat und damit auch Würde, was ich speziell bei diesem Thema wichtig und richtig finde.
Die Dystopie, welche sich um die Handlung rankt ist grausam und man erstarrt als Leser oft in seinen Zügen, angesichts der staatlich organisierten Willkür, welche Menschen wie Vieh behandelt, nur weil sie kinderlos geblieben sind. Ich hoffe inbrünstig, dass dieser Roman genau das bleibt, nämlich eine fiktive Zukunftsvision, und nicht irgendwann düstere Realität wird in einem überalternden Europa.
Meine Empfehlung: Dieses Buch ist uneingeschränkt empfehlenswert. Besonders ans Herz legen möchte ich es allen, die sich für Themen rund um die demografischen Veränderungen in der westlichen Welt interessieren, ob nun kinderlos oder nicht.

Dieses Buch steht schon eine gefühlte Ewigkeit auf meinem Wunschzettel und nun bin ich restlos überzeugt. Beim nächsten Einkauf ist es auf jeden Fall dabei.
Das freut mich zu hören
Ich bin selbst ganz begeistert von diesem Buch.
Eines meiner absoluten Lieblingsbücher 2011 und darüber hinaus