/rɪˈvjuː/ Starcrossed

Ich möchte gar nicht zu viel verraten, wenn ich hier die Einleitung schreibe, zu einem Buch dessen Cover mich verzaubert hat. Ich hatte erst daran gedacht es könnte vielleicht Ähnlichkeiten zu Büchern wie “Across the Universe” aufweisen, aber der Klappentext versprach nun einen Roman für junge Frauen und Mädchen. Doch dazu hatte ich durchaus auch mal Lust – ich wusste dieses Genre ist bei mir immer ein Drahtseilakt, denn für Liebeskitsch vergebe ich keine Punkte. Trotzdem stand ich dem Roman aufgeschlossen gegenüber, schließlich gibt nicht nur schmalzige Bücher im Genre. Für die I’m in… English Challenge passte der Roman einfach weil er auf Englisch ist, und da war ich mal so frei und hab ihn gelesen ;)

Eckdaten…

Deutscher Titel: Sternenzauber; Autor: Mark Schreiber; Verlag: Flux

ISBN 978-0-7387-1001-3

Alles auf Anfang…

“How did a sweet girl of destiny like myself, far along the road to recovery from youthful mistakes and misfortunes, in love – really – for the very first time, find herself one stormy, ominous night in a death embrace with her stricken Romeo, holding a nine iron defiantly on Life’s eighteenth hole, while the dark clouds of our destruction rolled overhead?”

(Kein Scherz – das ist wirklich der erste Satz.)

Kurz zur Handlung…

Christy und Ben treffen sich zum ersten Mal im Wartezimmer eines kosmetischen Chirurgen, wo sich beide ein Tattoo entfernen lassen wollen. Wie der Zufall so will handelt es sich bei ihren ungeliebten Tattoos um den Namen des jeweils anderen. Da Christy sehr schicksalsgläubig ist, meint sie in Ben ihren Seelenverwandten erkannt zu haben und muss ihn so unbedingt wiedersehen. Den gleichen Gedanken hegt auch Ben, mal abgesehen von der Seelenverwandtschaft. Doch die Liebe der beiden steht von Anfang an unter keinem guten Stern.

Gedanken zum Buch…

Der Klappentext verweist auf Romeo und Julia – dass ich nicht lache! Dieser Roman weist mehr Ähnlichkeit zu einer Telenovela auf, als zu einer der bekanntesten Tragödien Shakespeares. Ich weiß gar nicht womit ich anfangen soll, das Buch war so schrecklich, aber natürlich will ich, dass Du trotzdem alle abschreckenden Details kennst. Denn es reicht, dass ich den Fehler gemacht habe dieses Buch zu lesen ;)

Zunächst einmal sind da die Charaktere, die abwechselnd völlig überzeichnet und dann wieder ganz stereotyp wirken. Wenn ein Mann aus der Sicht einer jungen Frau schreibt, dann werde ich schon misstrauisch. Doch Mark Schreiber setzt diese Perspektive so in den Sand, dass es mich während des Lesens richtig gehend wütend gemacht hat. Seine Hauptfigur ist ein wandelndes Klichee und machte auf mich den Eindruck, als wäre sie für eine amerikanische TV-Soap konzipiert, nicht für einen Jugendroman.

Wenn es sich denn um einen handelt, denn obwohl die Protagonisten alle unter zwanzig sind, benehmen sie sich wie Mitt-vierziger, spielen Golf, rauchen Zigarren, fahren BMW – und dies ist kein Oberschichts-Roman à la Gossip Girl. Das wirkt auf den Leser, also in diesem Fall mich, einfach unglaublich albern und ein bisschen so als hätte der Autor das Alter seiner Figuren künstlich herunter gesetzt, eventuell um den Jugendroman-Trend zu entsprechen. Allerdings sind das nur Vermutungen.

Eine nachvollziehbare Spannungskurve sucht man ebenfalls vergeblich. Der Plot orientiert sich locker an Shakespeares Tragödie um die zwei unglücklichen Liebenden, reicht aber mit nichten daran heran. Selbst wenn sich Mark Schreiber vorgenommen hat eine zeitgenössische Version des Stückes zu schreiben, geht er nicht weit genug aus Gründen, die wohl nur er kennt. Mich als Leser enttäuscht er dadurch aber maßlos und so betrachte ich das Vorhaben des Autors als gescheitert.

Damit ich nicht in einem fort wettere, muss ich mich schon ermahnen. Doch es ist mir unmöglich diesem Roman etwas gutes abzugewinnen. Selbst wenn man eine Leserin ist, die gerne mal etwas schmalziges lesen möchte, wo der Mann alle Entscheidungen trifft und die Frau völlig besessen davon ist ihr Horoskop zu analysieren, hat diese Geschichte einfach kein befriedigendes Ende. Die Spannung wird quasi aus dem nichts und mit minimaler Vorwarnung ins Unermessliche hochgefahren, nur um dann völlig in sich zusammen zu fallen. All das während der Leser das Buch in Händen hält und sich gerade ein klein wenig verarscht fühlt.

Kurz gesagt… Ich sage das ungern, aber dieses Buch ist eine klischeehafte Zeitverschwendung. Gleichzeitig den Vergleich zu Shakespeares Werk anzustreben ist in meinen Augen nur noch peinlich.

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